by vasp

Bundesrechtliche Bestimmungen


DAS KAPPRECHT

Art. 687 Abs. 1 ZGB lautet: „Überragende Äste und eindringende Wurzeln kann der Nachbar, wenn sie sein Eigentum schädigen und auf seine Beschwerde hin nicht binnen angemessener Frist beseitigt werden, kappen und für sich behalten.“

Damit gewährt das ZGB dem betroffenen Nachbarn ein Selbsthilferecht. Es kann allerdings nur ausgeübt werden, wenn verschiedene Voraussetzungen erfüllt sind: Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, besteht kein Kapprecht. Sind sämtliche Voraussetzungen für die Ausübung des Kapprechts erfüllt, dürfen Äste und/oder Wurzeln nur insoweit gekappt werden, als zur Beseitigung der Beeinträchtigung notwenig, wobei ein Rückschnitt maximal bis zur Grundstücksgrenze zulässig ist. Dies sind nur allgemeine, unverbindliche Hinweise. Massgebend sind die konkreten Verhältnisse im Einzelfall.

ÜBERMÄSSIGE IMMISSIONEN

Nach Art. 684 ZGB ist jedermann verpflichtet, bei der Ausübung seines Eigentums, wie namentlich bei dem Betrieb eines Gewerbes auf seinem Grundstück, sich aller übermässigen Einwirkung auf das Eigentum der Nachbarn zu enthalten. Verboten sind insbesondere alle schädlichen und nach Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten Einwirkungen durch Rauch oder Russ, lästige Dünste, Lärm oder Erschütterung.

DER VORBEHALT ZU GUNSTEN DER KANTONE

Nach Art. 688 ZGB sind die Kantone befugt, für Anpflanzungen je nach der Art des Grundstückes und der Pflanzen bestimmte Abstände vom nachbarlichen Grundstück vorzuschreiben oder den Grundeigentümer zu verpflichten, das Übergreifen von Ästen oder Wurzeln fruchttragender Bäume zu gestatten und für diese Fälle das Anries zu regeln oder aufzuheben.
Alle Kantone haben entsprechende Abstandsvorschriften erlassen. Sind meistens in den kantonalen Einführungsgesetzen zum ZGB enthalten. Eine Übersicht bietet
www.pflanzen-im-nachbarrecht.ch